Visual Novel Review: Ame no Marginal -Rain Marginal-

Lesedauer: ~4 Minuten

Gestern Abend wurde auf Steam Ame no Marginal -Rain Marginal- von Sekai Project veröffentlicht.

Bei Ame no Marginal -Rain Marginal- handelt es sich um eine neue Visual Novel von Tomo Kataoka, der vor allem für Narcissu bekannt ist. Sekai Project hat mir freundlicherweise wieder einen Review-Key für die Visual Novel zukommen lassen.

Titel: Ame no Marginal -Rain Marginal-
Entwickler: Tomo Kataoka
Genre: Drama
Länge: ~2h
Premiere: 30. Dezember 2014 (Japan), 7. Juli 2015 (Steam, englisch)

Story: There is nothing in this world. Just endlessly falling rain. The population here is exactly one.

Getting off the elevator one day, a mysterious world was waiting. No one else was around, only endless rainy sky and weathered flagstones. In this world, getting hungry and even death wasn’t possible.

It was a world where time seems to have stopped. Except one thing — the rain continued to fall.

„This world has a population of just one. So get out.“ A girl named „Rin“ told the protagonist. She declared that she was the lone mistress of this rainy world.

For how many years, decades, even centuries… Has she lived all alone in this world?

Will the day come when the rain stops falling?

Handlung:

Ame no Marginal hat nur einen Handlungsstrang, bei dem man keine Entscheidungen treffen kann. Die Geschichte läuft linear ab, wobei die Handlung aus der Sicht der beiden Protagonisten im Wechsel erzählt wird. Die Handlung ist nun nicht grundlegend schlecht, wird aber für meinen Geschmack zu oberflächlich angerissen. Dafür, dass die Visual Novel gerade am meisten Wert auf Drama liegt, wird der Anteil doch zu oberflächlich behandelt. Vor allem die Hintergrundgeschichte von Rin wird viel zu schnell abgehandelt. Man hat hier überhaupt nicht genug Zeit, sich richtig in die Charaktere herein zu fühlen. Das Setting ist durchaus interessant und bietet genug Stoff für eine ausgiebige und gute Handlung, leider wird das Potential hier überhaupt nicht ausgenutzt. Die nicht einmal 2h Lesezeit, die man für Ame no Marginal benötigt, ist einfach zu wenig Zeit, um die Handlung richtig auszubauen. Hier hätte man die Novel durchaus länger gestalten können.

Illustrationen:

Die Illustrationen sind ok. Manche Hintergründe sind echt schick gestaltet, andere hingegen sind dafür einfach nur durchschnittlich. Hier herrscht eine gewisse Inkonsistenz. Was ich als dann doch ein bisschen störend empfand, waren die ganzen schwarzen Balken. Letztendlich hat man von den CGs und Hintergründen nicht wirklich viel gesehen, da oben und unten immer diese schwarzen Balken waren. Keine Ahnung, ob die irgendwie die Atmosphäre unterstützen sollten, ich empfand sie eher als störend.

Charaktere:

Es gibt hier nur zwei Hauptcharaktere und zwei Nebencharaktere. Der Protagonist hat in diesem Fall nicht einmal einen Namen, während die Protagonistin Rin heißt. Die Geschichte des Hauptcharakters ist eigentlich irrelevant und man bekommt am meisten mit Rin zu tun. Der Protagonist ist recht passiv von seiner ganzen Art, aber durchaus akzeptabel. Zumindest wenn man mal von seinen Suizidtests absieht. Rin soll wohl eine bewegende Vergangenheit haben, aufgrund der Kürze kommt es aber nicht so richtig rüber. Ihr Charakterdesign ist dennoch durchaus niedlich. Das wars dann aber auch schon mit dem, was bei mir für Rin spricht. Die Novel leidet einfach zu sehr unter der Kürze und konnte dadurch die Charaktere nicht richtig ausbauen. Am besten hat mir eigentlich die Nebencharakterin gefallen, welche vor Rin in der Welt war.

Sound:

Das meiste was man hier hört sind Regentropfeneffekte. Dies passte recht gut gerade zu den warmen Tagen und auch zur Novel an sich. Es war für meinen Geschmack dann aber doch ein bisschen zu dominant. Etwas mehr kreative, musikalische Untermalung wäre dann doch angebracht gewesen. Zwar ist auch Musik vorhanden, aber die Sache mit dem Regen ist meiner Meinung nach doch zu sehr im Vordergrund. Für die passende Stimmung in der Visual Novel wird aber immerhin gesorgt.

Fazit:

Insgesamt war Ame no Marginal -Rain Marginal- einfach deutlich zu kurz um das Potential des Settings vernünftig auszuspielen. Trotzdem war die Visual Novel ein brauchbarer, melancholischer Trip in eine regnerische Welt. Die Charaktere waren alle ein bisschen flach und auch das Ende war mir eine zu simple und glückliche Lösung, welche zum Rest nicht wirklich gepasst hat. Auch wenn mir Ame no Marginal -Rain Marginal- im Gesamtpaket zwar gefallen hat, sehe ich den Verkaufspreis doch zu hoch angesetzt. Für knapp 13 Euro bekommt man hier zu wenig Inhalt. Das Narcissu (welches eh Gratis ist) und eine Bonus Story für Narcissu dabei ist, macht nun den Preis auch nicht fairer. Selbst mit den 20% Rabatt zur Zeit ist Ame no Marginal -Rain Marginal- das Geld nicht Wert. Dafür war die Unterhaltung deutlich zu kurz und kommt keinesfalls an andere kurze Vertreter des Drama Genres, wie zum Beispiel planetarian, heran.

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