Einmal Kotatsu, bitte!

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Es kann sich wohl niemand ein Weeb schimpfen, der noch nicht davon geträumt hat, einen kleinen Kotatsu zu Hause zu haben. Nachdem ich mehrere Winter in Folge immer einen selber bauen wollte, war es nun endlich soweit.

Recht kurz entschlossen habe ich vergangene Woche kurzerhand alle nötigen Teile eingekauft und mich an den Bau eines Kotatsu gemacht. Hierfür stellte sich am Anfang natürlich erst einmal grundlegend die Frage, welche Teile brauche ich überhaupt? Es gibt hier natürlich die Option, einen originalen Kotatsu-Heater zu bestellen. Allerdings haben wir eine komplett andere Netzspannung als Japan und ohne noch einen kleinen, portablen Transformator wird man hier nichts. Da man den selbst wahrscheinlich auch schon als eigene Heizung nutzen kann, fiel meine Entscheidung auf eine Infrarot-Heizplatte, die man normalerweise unter Schreibtische oder Ähnliches montiert.

Da dies auch der erste Versuch ist, wollte ich nicht direkt zu viel Geld gegen das Projekt werfen. Daher gibt es als Tisch einfach von Ikea den recht günstigen Couchtisch "Lack". Dieser hat auch den Vorteil, dass dort gleich eine zweite Platte mit dabei ist.

Was mir aber bei der Konstruktion nicht gefällt, dass es dann doch relativ starr ist und man es nicht mal eben zur Seite stellen kann. Immerhin soll es nur für die Wintermonate herhalten und ansonsten einfach zu verstauen sein. Die Beine vom Tisch möchte ich aber auch nicht jedes Mal abbauen. Daher habe ich mir noch vier Scharniere mit Einrastfunktion bestellt um die Beine daran zu montiert. Somit kann ich die Beine einfach einklappen, wenn ich den Tisch mal nicht brauchen sollte.

Aber kommen wir nun zur Konstruktion selbst ...

Schritt 1:

Wir werfen die Ikea-Anleitung weg, da wir den Tisch eh anders aufbauen und eigentlich auch nur das "Holz" davon haben wollen.

Kotatsu Teile

Schritt 2:

Anbringen der Scharniere und Beine an der großen Platte. Für den ersten Versuch habe ich mich dazu entschieden, die große Platte fest zu montieren und die kleinere, aber schwerere Platte oben als Tischplatte zu nutzen. Da diese nur oben aufliegt, erhoffe ich mir davon mehr Stabilität und man hat weniger Chancen, von unten gegen die Platte zu schlagen und alles vom Tisch zu fegen. Immerhin neige ich dazu, ungeschickt zu sein.

Montage der Beine

Eingeklapptes Bein

Schritt 3:

Anbringen der Heizplatte. Laut Anleitung sollte es reichen, diese einfach unter den Tisch zu kleben. Zwar hatte ich ein bisschen Zweifel an den Vorschlag, aber für den ersten Versuch soll es reichen. Zur Not kann die Heizplatte auch noch mit ein paar passend gebogenen Verschlägen nachträglich gesichert werden. Von einem anderen Projekt hatte ich zufällig noch ein bisschen Kabelkanal herumliegen. Eben in der Mitte durchgesägt und schon gibt es auch eine ordentliche Kabelführung für die Heizplatte.

Montage der Heizplatte

Schritt 4:

Jetzt ist eigentlich der Großteil der Magie schon vorbei. Aufstellen, Decke drüber und die verbleibende Tischplatte drauf. Die Heizplatte anschalten; ganz klassisch ein paar Mandarinen auf den Tisch und schon kann es losgehen mit der Entspannung.

Kotatsu fertiger Aufbau

Fazit:

Viel Arbeit hat das Projekt nun nicht gemacht, und wenn man es sich einmal in den Kopf gesetzt hat, ist der Weg zum eigenen Kotatsu recht schnell beschritten. Man kann hier natürlich auch noch Zeit sparen, wenn man den Tisch so wie vorgesehen zusammensetzt und auf die Scharniere verzichtet. Finanziell ist es so auf jeden Fall deutlich günstiger, als einen richtigen Kotatsu zu importieren. Das teuerste Element ist hier mit rund 75 Euro die Heizplatte. Was die Scharniere angeht, muss ich allerdings noch einmal ein bisschen nachbessern. Hier habe ich für den ersten Versuch die Günstigsten genommen, die ich auf die Schnelle gefunden habe. Diese bringen allerdings ein bisschen Spiel in die Bewegung der Beine, sodass der Tisch nicht komplett starr ist. Für die Zukunft sollen hier entweder bessere Scharniere her oder ein Bolzen, den man von der Seite in die jeweiligen Beine schieben kann. Dies würde ich aber wohl letztendlich erst bei einem anderen Tisch umsetzen, denn um ehrlich zu sein: Der Lack von Ikea ist nicht viel mehr als glorifizierte Pappe. Aber es funktioniert und ist günstig. Was will man mehr für die kalten Wintertage?

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