Akiba Pass Festival 2020

Lesedauer: ~6 Minuten

Nachdem ich letztes Jahr leider kurzfristig krank geworden bin, habe ich es nun dieses Jahr geschafft, mal auf das Akiba Pass Festival zu gehen.

Vom 25.01 - 09.02 dieses Jahr war wieder das Akiba Pass Festival. Statt die Chance zu ergreifen hier im schönen Norden ins Kino zu gehen, haben wir uns in Aachen gesammelt und sortiert, um einen Tag Bestrahlung in Köln zu genießen. In Köln war dieses Jahr die Vorstellung am 08.02 und somit die perfekte Gelegenheit für einen kleinen Wochenendausflug. Folgende Filme gab es dieses Jahr zu sehen:

  • CENCOROLL CONNECT
  • Children of the Sea
  • Free! – Road to the World – the Dream
  • Fuse – Memoirs of the Hunter Girl
  • Haikyu!! Movie 3 – Talent und Gespür
  • Haikyu!! Movie 4 – Ein Kampf der Konzepte
  • HIGH SCHOOL FLEET THE MOVIE
  • Rascal Does Not Dream of a Dreaming Girl
  • Saekano the Movie: Finale
  • The Wonderland
  • Utano☆Princesama Maji LOVE Kingdom
  • Yowamushi Pedal: The Movie

Vier Filme hatten wir uns hier eigentlich vorgenommen. Da mit der Bekanntgabe des Programmplans aber klar wurde, dass CENCOROLL CONNECT und HIGH SCHOOL FLEET gleichzeitig laufen, mussten wir uns hier für einen der beiden Titel entscheiden. So wurden es dann leider nur drei Filme, die wir uns an dem Samstag angesehen haben.

Auch wenn es den Namen Akiba Pass Festival trägt, sollte man hier nun nicht zu viel Festival erwarten. Hier gab es hier einen Tisch, an dem man als Tagesgast ein Armband erhalten hat, einen Merchandise-Stand mit ein paar deutschen DVDs/Blurays, Postern und anderen Goodies, sowie einen überteuerten Merchandise-Stand mit Figuren, bei deren Preisen man schon bereit sein sollte eine Niere zu opfern. Hinzu kamen dann noch die beiden Kinosäle für die Vorstellungen und das war’s dann auch schon. Ein bisschen mehr hatte ich hier doch schon erwartet. Vor allem hatte ich aber erwartet, dass sich das Merchandise auch mehr danach richtet, welche Filme gezeigt werden. Als Fan von Saekano zum Beispiel konnte man guten Gewissens mit voller Brieftasche wieder abreisen.

Aber letztendlich war dies so oder so nur eine nette Beigabe. Man war ja schließlich für die Filme da. Bevor ich allerdings zu denen komme, gibt es da noch zwei Dinge, über die ich mich beschweren muss:

Nummer 1: Die Trailer / Werbung
Vor jedem Film wurde einem eine Auswahl an Trailer und Werbung für die Partner des Festivals gezeigt. So schön, so gut. Allerdings hat man vor jedem Film exakt das gleiche gezeigt bekommen. Jedes Mal. Es gibt kein Entkommen. Die waren dann teilweise auch so gut abgemischt, dass man den ersten Trailer gut schauen konnte, der nächste einem dann aber die Trommelfälle entfernen wollte. Der größte Spaß war allerdings der deutsche Trailer zu Kimetsu no Yaiba. Dieser ist ein Paradebeispiel, wie man einen Trailer nicht machen sollte. Er ist langweilig, zeigt einem nicht eine der wirklich gut animierten Szenen der Serie und schafft es sowohl die Story, als auch die Charaktere schlecht darzustellen. Das muss man erst einmal schaffen. Ich bin schon kein wirklicher Fan der Serie, aber der Trailer hat es geschafft, dass selbst ich Mitleid mit dem Titel habe. Das ist echt unverdient.

Nummer 2: Die „Moderation“
Vor den Filmen kam immer jemand, ich vermute mal von Peppermint Anime, in den Saal. Mit einem kleinen Quiz, welches jeder beantworten konnte, der bei der Werbung gut aufgepasst hat, bzw. mittlerweile oft genug davon belästigt wurde, wurden kleine Goodie-Bags verlost. Darauf folgte dann meistens eben ein, zwei Sätze zu dem nun folgenden Film und dann ging es auch los. Alles gut und schön, bis zu dem Punkt, wo der Typ sich vorne hinstellt und einen Teil des Films spoilert. Ich werde hier nun nicht sagen welcher Film es war oder was er genau gesagt hat um nicht auch anderen Leuten den Tag zu versauen, aber dies war einfach mal dermaßen bescheuert. Da fällt einem nichts mehr zu ein. Danach verloren die Szenen in dem Film einfach ihre Wirkung, weil man sich eh schon denken konnte, wie es nun abläuft. Na herzlichen Dank aber auch. Danke fürs versauen. Hast du gut gemacht, namenloses Arschloch. Ich hoffe dir macht eine Katze in dein Müsli und die Milch wird schlecht.

Nun aber weiter im Programm. Drei Filme haben wir an dem Tag geschaut und auf diese werde ich nun auch noch kurz eingehen. Allerdings kein wirkliches Review zu diesen, sondern einfach nur einen kurzen, persönlichen Eindruck zu den Titeln.

Saekano the Movie: Finale
Der Film war einfach genau das, was ich mir davon erhofft hatte. Alle Charaktere dürfen noch einmal ausführlich im Spotlight agieren und man bekommt hier auch direkt den gleichen Flow serviert, wie man ihn bereits aus der Serie kennt. Dazu gibt es einen guten Abschluss der Serie, genauso, wie ich ihn am liebsten gehabt hätte. Hinzu kommt dann noch eine der besten After-Credits-Szenen, die ich bisher gesehen habe. Kato ist Best Girl. Ich habe hier quasi keinerlei Kritik an dem Film und hätte ihn auch ohne Probleme direkt zweimal nacheinander schauen können. Die Interaktionen zwischen Tomoya und Kato sind einfach zu gut.

Rascal Does Not Dream of a Dreaming Girl
Ebenfalls ein guter Film. Sehr gute Momente und viele Fragen, die bereits seit der Serie bestehen, wurden geklärt. Allerdings leidet der Film etwas darunter ein Film zu sein. Hier wird recht viel Inhalt in wenig Zeit gesteckt. Mit ein bisschen mehr Abstand zwischen den ganzen Ereignissen, hätten manche Szenen wohl sogar noch mehr an Bedeutung gewonnen. So waren manche Stellen vom Pacing doch etwas zu schnell und Probleme zu einfach gelöst. Nichtsdestotrotz ein echt guter Film, welchen man sich definitiv ansehen sollte, wenn man bereits mit der Serie vertraut ist.

HIGH SCHOOL FLEET THE MOVIE
Bis zum Beginn des Films war irgendwie niemanden von uns klar, ob es sich hierbei um komplett neues Material handeln würde oder eher um einen Recap der Serie. Zum Glück war es dann eine neue Story, die hier umgesetzt wurde. Leider war es dann von den drei Filmen, die wir geschaut haben, aber mit Abstand auch der schlechteste. Die Handlung war zwar okay, die Umsetzung hätte aber deutlich besser sein können. Am Anfang wurde zu viel Zeit verloren, in der Mitte ging es dann viel zu Flott voran, nur um am Ende in ein Indiana Jones-Abenteuer mit Schlachtschiffen auszuufern. Leider hat hier auch anscheinend das Animationsstudio gewechselt zu A-1 Pictures. Die hatten wohl zeitgleich etwas Besseres zu tun, als sich gut um diesen Film zu kümmern. Manche Szenen sahen gut aus und vor allem die Effekte bei der Seeschlacht waren gut. Aber dann waren da so Stellen bei… die konnte man sich einfach nicht antun. Komische Gesichter, sehr detailarme Szenen und so ziemlich jeglicher Charakter, der sich auch nur ansatzweise im Hintergrund befand, hatte verloren. Das hat das Franchise so echt nicht verdient. Ich hoffe hier ja, dass der Blu-ray-Release des Films noch einmal deutlich überarbeitet wird.

Fazit
Akiba Pass 2020 hat sich für mich filmtechnisch gelohnt. Ich war dort für die Filme, habe gute Filme serviert bekommen und bin damit zufrieden. Dass ich hier nun nicht alle Filme schauen konnte wie gewünscht und es Überschneidungen der Filme gab, war zu erwarten und darauf muss man sich einfach einstellen. Wer auch etwas Wert auf den Festival-Teil des Namens legt, sollte seine Ansprüche allerdings arg zurückschrauben. Klare Empfehlung von mir ist auch, sich bloß die Ohren zuzuhalten, wenn der Moderator vorne mit seinem Mikrofon steht. Ehe man sich versieht, hat der einem den Film versaut…

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