Fazit der Summer Season 2022

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Der heiße Sommer scheint endlich vorüber zu sein und man kann sich auch mal wieder raus trauen und das verdorrte Gras anfassen. Immerhin gab es die letzte Zeit mal etwas Regen und dies brachte auch wieder Leben in die Pflanzen. Auch wenn manches Laubwerk bereits die Handtücher geworfen hat und schon herbstliche Farben annimmt.

Aber kommen wir zur Summer Season 2022. Es standen wieder einige Anime auf dem Programm und auch wenn ich dieses Mal gefühlt mehr Serien zu Ende geschaut habe als in vergangenen Seasons, war die Ausbeute an wirklich guten Serien doch mal wieder eher mager.

Aber nun erst mal die Serien, die sich nicht gelohnt haben, überhaupt anzufangen.

Nach weniger als 3 Episoden abgebrochen:

  • Soredemo Ayumu wa Yosetekuru

Und nun zu den Serien, die ein bisschen mehr Aufmerksamkeit bekommen haben. Eine Wertung gibt es wie immer nur bei den Titeln, die ich auch bis zum Ende geschaut habe.


Cyberpunk: Edgerunners - 9/10

Dies war wohl die Serie, die mich in der Season am meisten überrascht hat. Da mich Cyberpunk 2077 als Spiel nie wirklich abholen konnte und es zum Zeitpunkt des Release auch noch einige Bugs gab, bin ich mit dem Spiel nicht richtig warm geworden. Da der Anime aber schon direkt nach Release sehr positive Stimmen hat laut werden lassen, habe ich hier einfach mal einen Blick rein geworfen. Und das war eine ziemlich gute Entscheidung.

Studio Trigger lässt es hier richtig krachen. Gefühlt hat denen wohl einfach nur ein richtig dickes Budget gegeben und ansonsten freie Hand gelassen. Die Animationen, der Soundtrack, die Story, die Action und natürlich die Charaktere. Hier stimmt so ziemlich alles und es war ein wahrer Genuss, die Serie zu schauen. Es war für mich seit wirklich langer Zeit ein Anime, der mich richtig gefesselt hat und wo ich auch mehrere Episoden am Stück geschaut habe.

Für die volle Punktzahl hat es dann aber doch nicht ganz gereicht: Wenn man nicht bereits mit dem Cyberpunk-Universum vertraut ist, gibt es schon von Beginn an viele Begrifflichkeiten, mit denen man so nichts anfangen kann oder die sich erst im Verlauf der Serie durch den Kontext erklären. Dass die Untertitel von Netflix auch einfach nur das Letzte waren, hat beim Verständnis ebenfalls nicht geholfen. Weiterhin legt die Serie auch ein ordentliches Tempo an den Start. Wahrscheinlich hätte es dem Titel gutgetan, wenn es 12 Episoden anstatt nur 10 gegeben hätte.

Aber davon mal abgesehen, ist Cyberpunk: Edgerunners mein klarer Favorit der Season.


Hoshi no Samidare

Es dauert zwar noch eine Zeit, bis die Serie vorbei ist, aber bereits jetzt bin ich eigentlich nur enttäuscht. Der Manga ist richtig klasse, aber das, was der Anime daraus macht, wird der Vorlage bei Weitem nicht gerecht. Sei es nun die Animationsqualität oder auch die inhaltliche Umsetzung. So eine Umsetzung hat der Manga nicht verdient. Da ist es eigentlich schon besser, den Anime abzubrechen und lieber nur den Manga in Erinnerung zu behalten.


Isekai Meikyuu de Harem wo - 5/10

Ich glaube, dass es inhaltlich hier nicht wirklich viel zu holen gibt, muss ich nicht besonders erwähnen. Es ist Isekai-Smut aus der untersten Schublade und stellenweise ist es schwer nachzuvollziehen, dass es sich hierbei nicht um einen Hentai handelt. In all dem Zeug verstecken sich im Anime aber trotzdem sogar ein paar gute Momente. Immerhin bekommt man hier nicht so stark mit, wie der Protagonist in der Light Novel normalerweise seitenweise in Selbstzweifel verfällt und jegliche Bemerkung von Roxanne zig mal hinterfragt. Aber auf jeden Fall verpasst man nichts, wenn man den Anime nicht schaut. Für mich war es der Guilty Pleasure der Season.


Isekai Ojisan

Die Idee hinter dem Anime ist eigentlich gar nicht mal so schlecht. Allerdings bin ich kein wirklicher Fan von den Charakteren. Auch der Humor trifft nicht immer ganz meinen Geschmack. Für mich ist dies ein Anime, welcher wohl durchaus gut ist, aber ich anscheinend nicht die richtige Zielgruppe für den Titel bin. Anscheinend gab oder gibt es hier sogar noch ein paar Produktionsschwierigkeiten, denn die Serie wurde erst einmal pausiert und bis neue Episoden kommen, dauert es noch etwas.


Isekai Yakkyoku - 7/10

Ein interessanter Ansatz für einen Isekai-Anime, bei dem es mal nicht darum geht, ein Adventurer zu sein und die Welt zu retten. Stattdessen bewegen wir uns mal wieder in der Welt der Pharmazie. Das Thema selbst wurde in der Vergangenheit aber auch schon ein paar Mal behandelt. Während die Charaktere hier durchaus interessant sind und ich auch das Setting nicht schlecht finde, sind manche Episoden doch ein bisschen langatmig. Dass sich die Handlung manchmal etwas zieht, ist mir auch schon beim Manga aufgefallen. Der Anime ist ein guter Vertreter seines Genres. Allerdings auch nicht der Beste. In dem Bereich hat mir zum Beispiel Seijo no Maryoku wa Bannou desu besser gefallen.

Kuro no Shoukanshi - 6/10

Ein durchaus brauchbarer Isekai-Anime, wenn man mit durchschnittlicher Popcorn-Unterhaltung zufrieden ist. Für leichte Unterhaltung, bei dem man sein Kopf nicht einschalten muss, durchaus brauchbar. Davon einmal abgesehen, hätte die Adaption der Light Novel meiner Meinung nach etwas besser laufen können. Manche Teile der Novel wurden für meinen Geschmack viel zu schnell abgehandelt. Andere wurden dafür weggelassen. Auch die Animationen hätten hier und dort etwas mehr Pep haben können (und weniger 3DCG). Die Light Novel selbst ist natürlich besser, aber für zwischendurch war es nette Unterhaltung.


Lycoris Recoil - 8/10

Als Original-Anime war Lycoris Recoil für mich von Anfang an ein recht interessanter Titel. Das, was sie dann aus dem Setting gemacht haben, kann sich auch mehr als sehen lassen. Gute Animationen, eine brauchbare Handlung, aber vor allem der sehr sympathischer Cast ist es, was diesen Anime zu einer der besten Serien in der Season macht. Es gibt hier eigentlich wenige Punkte, an denen ich etwas auszusetzen habe. Wenn ich aber einen Punkt hervorheben müsste, wäre es das Ende. Auch wenn es zu der vorhergehenden Handlung passt, war es doch recht vorhersehbar und bot keine wirklichen Überraschungen. Auf der einen Seite ist es das Ende, welches man sich gewünscht hat. Auf der anderen Seite hätten hier aber ein bisschen mehr Pep und inhaltlich ein klarer Abschluss nicht wehgetan.


Overlord IV - 8/10

Ein deutlich besserer Anime als die dritte Staffel der Serie. Zwar haben die Animationen immer noch leichte Schwächen, aber bei Weitem nicht so schlimm, wie es in der dritten Staffel der Fall war. Leider wurden aber manche Teile der Novel wieder einmal im Schnellverfahren adaptiert. Ein paar mehr Episoden hätten der Serie durchaus gutgetan. Davon abgesehen, liefert der Anime wieder das, was man von Overlord erwartet und das Ende war hervorragend.


Saikin Yatotta Maid ga Ayashii

Den Manga hierzu habe ich schon vor einiger Zeit angefangen zu lesen, und während ich den Manga durchaus gut und unterhaltend finde, hat mich der Anime nicht wirklich überzeugt. Irgendwie wirkt für mich der Humor bei der Serie in animierter Form nicht richtig. Der Anime kann meiner Meinung nach den Charme des Manga nicht richtig einfangen. Daher konnte ich mich auch irgendwie nicht dazu bringen, die Serie bis zum Ende zu schauen.


Tensei Kenja no Isekai Life: Daini no Shokugyo wo Ete, Sekai Saikyou ni Narimashita - 4/10

Auch hier bin ich bereits mit dem Manga vertraut. Auch wenn der Manga nun nicht wirklich herausragend ist, reicht es doch für brauchbare Isekai-Unterhaltung. Dies ist allerdings etwas, was ich vom Anime nicht behaupten kann. Der Anime ist noch einmal ein Schritt schlechter als der eh schon gerade einmal durchschnittliche Manga. Hier und da wird von der Handlung grob etwas weggelassen. Erklärungen sind anscheinend nur optional. Auch die Animationen sind eher durchwachsen. Ich hätte mir hier eine bessere Adaption gewünscht, aber nach dem Stand kann ich den Anime nicht wirklich emp


Utawarerumono: Futari no Hakuoro

Ich bin ja ein Fan von Utawarerumono. Die Serie schließt gut an den vergangenen Utawarerumono Anime an und das Spiel wird wieder gut umgesetzt. Natürlich kann nicht jede Szene aus dem Spiel adaptiert werden, die wichtigen Momente sind aber bisher alle da und auch gut umgesetzt. Für die wichtigsten Szenen wird sich hier auch gut Zeit genommen. Die Animationen sehen wieder gut aus und damit ist der Anime bisher wieder das, was ich mir von der Serie erhofft hatte. Gute Unterhaltung, auch wenn man die Spiele nicht gespielt hat. Allerdings gehen dann auch ein paar Details an einem vorbei.


Yofukashi no Uta

Anfänglich fand ich den Anime eigentlich ganz nett und die Animationen sahen auch echt gut aus. Irgendwann fing dann aber der Protagonist an, mir nur noch auf die Nerven zu gehen. Hinzu kam dann das Gefühl, dass beim Anime mehr Wert darauf gelegt wurde, hübsch auszusehen, anstatt wirklich einen Inhalt herüber zu bringen. Statt sich die Frage zu stellen, wie man eine Szene gut darstellen kann, wurde mir zu oft die Frage geklärt, wie absurd man eine Kameraeinstellung vornehmen kann. Für mich war das dann einfach nicht unterhaltend genug, um den Anime bis zum Ende zu verfolgen.


Das war es dann auch wieder mit dem Season-Fazit. Nun habe ich erst mal wieder 3 Monate pause, bis ich mich um das nächste Fazit kümmere. Vorher stehen aber natürlich mal wieder ein paar Quickviews auf dem Programm. Und wer weiß ... vielleicht schaffe ich es sogar tatsächlich mal wieder ein Quickread zu einer Light Novel zu schreiben ...

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