Die Season neigt sich mit eiligen Schritten dem Ende zu. Also ist es wieder Zeit, die große Senftube auszupacken und großzügig zu verteilen.
Die Season war mal wieder recht durchwachsen. Es gab zwei neue Serien, die mir echt gut gefallen haben, und dazu noch drei Fortsetzungen von Titeln, die bereits in der Vergangenheit einen positiven Eindruck bei mir hinterlassen haben. Der Rest war dann allerdings mehr oder weniger Einheitsbrei – eine generische Adaption einer Light Novel oder ein Genre-Mix, der für mich absolut uninteressant war.
Bevor wir aber zu den Serien kommen, die ich etwas länger verfolgt habe, erst einmal wieder der Ausschuss. Hier habe ich keine drei Episoden durchgehalten:
- Fuguushoku [Kanteishi] ga Jitsu wa Saikyou Datta: Naraku de Kitaeta Saikyou no [Shingan] de Musou Suru
- Magic Maker: Isekai Mahou no Tsukurikata
Und nun geht es weiter mit dem üblichen Fazit zum ganzen Rest:
A-Rank Party wo Ridatsu Shita Ore wa, Moto Oshiegotachi to Meikyuu Shinbu wo Mezasu. - 5/10
Selbst nachdem nun mehr oder weniger die Hälfte der Serie vorbei ist, bin ich mit dem Anime nicht richtig warm geworden. Ich habe das Gefühl, die Handlung weiß selbst nicht so recht, in welche Richtung sie sich bewegen will. Auch die Motivation der Charaktere ist für mich nicht wirklich gegeben.
Yuke irrt nach wie vor ein bisschen ziellos umher und reagiert eigentlich nur auf die Ereignisse, die um ihn herum passieren. Der weibliche Cast bzw. sein Harem rennt ihm auch nur recht blind hinterher und ist gefühlt unfähig, eigene Entscheidungen zu treffen.
Der Inhalt bietet für mich nichts, was mich überzeugt. Auch das Setting ist nichts Außergewöhnliches, sondern eher eine Zusammenstellung diverser Elemente anderer Serien, die aber nicht immer sinnvoll zusammengebracht wurden.
Die Animationen sind vorwiegend okay, bewegen sich aber nur auf dem Niveau durchschnittlichen Popcorn-Kinos. Wenn ich mich für eine Richtung entscheiden müsste, würde ich die Serie eher als Zeitverschwendung denn als nette Unterhaltung bezeichnen.
Daher bin ich mir noch unsicher, ob ich die Serie überhaupt bis zum Ende verfolgen werde – vor allem, da ich mich jetzt schon wundere, warum der Anime überhaupt 24 Episoden bekommt.
Akuyaku Reijou Tensei Oji-san - 8/10
Die Serie konnte mich in dieser Season wirklich überzeugen. Der Humor war top, die Charaktere waren klasse, und sogar die Animationen sahen gut aus. Aber vor allem mochte ich das Charakterdesign und das Setting.
Kenzaburou plötzlich gefangen im Körper der Villainess in einem Otome-Game – das war einfach hervorragende Comedy. Inhaltlich hatte ich kaum etwas auszusetzen, und jede Folge konnte mich gut unterhalten.
Einzig und allein zum Ende hin hatte ich das Gefühl, dass der Anime etwas an Fahrt verloren hat und die Luft raus war. Die Handlung war nicht mehr ganz so gut, und auch der Humor hat etwas nachgelassen.
Nichtsdestotrotz war die Serie insgesamt eine der besseren Anime dieser Season. Wie ich es zum Start der Season schon gespürt hatte, wurde die Serie tatsächlich zu einer meiner Favoriten.
Arafou Otoko no Isekai Tsuuhan Seikatsu - 6/10
Das Setting der Serie hat man so bereits hier und da gesehen. Der wohl ähnlichste vergleichbare Titel wäre Tondemo Skill de Isekai Hourou Meshi, und dieser ist auch der deutlich bessere Anime.
Kenichis Fähigkeiten beschränken sich darauf, Dinge in seinem Online-Shop zu kaufen und einen schlecht animierten Bagger zu fahren. Damit lassen sich so gut wie alle Probleme in seinem Umfeld lösen. Wie es sich für einen generischen Isekai-Titel gehört, dauert es auch nicht lange, bis sich die Frauen um seinen Hals werfen.
Die Handlung selbst ist leider nicht sonderlich interessant, und sobald auch nur ein Hauch von Spannung aufkommt, wird das Problem recht schnell gelöst. Daher bietet die Serie weder inhaltlich noch animiert einen Grund, warum man sie schauen sollte.
Als Fan von Isekai-Trash konnte ich dem Setting immerhin noch etwas abgewinnen und mochte sogar die Charaktere, aber mit gutem Gewissen könnte ich die Serie nun wirklich niemandem empfehlen.
Botsuraku Yotei no Kizoku dakedo, Hima Datta kara Mahou wo Kiwamete mita - 5/10
Hier hatte ich vorher bereits einen Blick in die Light Novel geworfen. Der Anime schafft es dann sogar noch, die ohnehin schon durchwachsene Light Novel noch schlechter dastehen zu lassen. Die Handlung tröpfelt langsam vor sich hin, und der Protagonist reagiert nur, anstatt selbst zu agieren.
Das, was ich in der Novel am interessantesten fand – den Aufbau seiner eigenen Nation –, wurde im Anime zugunsten schlechter Konflikte und Kämpfe zur Seite geschoben. Die Animationen selbst hauen einen nun auch nicht wirklich vom Hocker. Inhaltlich sowie optisch, vor allem im Vergleich zu den Illustrationen der Light Novel, ist der Anime ein Downgrade.
Ich habe ihn letztendlich nur bis zum Ende geschaut, weil ich die Light Novel noch lese, aber empfehlen würde ich die Serie niemandem.
Guild no Uketsukejou desu ga, Zangyou wa Iya nanode Boss wo Solo Toubatsu Shiyou to Omoimasu - 7/10
Vom langen Titel her habe ich einfach nur eine weitere generische Light-Novel-Adaption erwartet. Letztendlich war es das eigentlich auch genau, aber trotzdem habe ich irgendwie Gefallen an der Serie gefunden. Alina hat mir als Protagonistin richtig gut gefallen – sie war einfach sympathisch und vor allem nicht auf den Mund gefallen. Der restliche Cast war eigentlich auch ganz okay.
Von den Animationen her war die Serie ebenfalls in Ordnung. Sie wird sicherlich kein Meilenstein der Animationsgeschichte, bot aber am Abend nach der Arbeit doch ganz nette Unterhaltung.
Hazure Skill "Kinomi Master": Skill no Mi (Tabetara Shinu) wo Mugen ni Taberareru You ni Natta Ken Nitsuite
Oh Mann, war das ein Bullshit. Da hat er schon die Fähigkeit, so viele Skills zu bekommen, wie er will – er müsste ja einfach nur mehr von dem Zeug essen – und dann macht er das nicht! Nein, stattdessen gammelt er die ganze Zeit nur mit seinem einen Skill herum, während ihm alles andere Stück für Stück in den Schoß fällt.
Nicht nur, dass man sich hier in einer Tour über den Protagonisten aufregen könnte – nein, auch in allen anderen Belangen ist die Serie einfach nur langweilig und hat nichts mit guter Unterhaltung gemein.
Dementsprechend habe ich es auch nicht lange mit der Serie ausgehalten und sie schon recht schnell abgebrochen.
Izure Saikyou no Renkinjutsushi? - 6/10
Nachdem ich bereits vor einiger Zeit einen Blick in den Manga geworfen hatte, habe ich der Anime-Serie ebenfalls eine Chance gegeben. Diese war dann insgesamt okay – nicht mehr, aber auch nicht weniger.
Das Setting war ganz nett, und ich mochte die Charaktere durchaus. Die Animationen und die Action-Sequenzen waren adäquat, aber auch nicht berauschend. Es war wirklich eine generische Isekai-Serie, genau nach Handbuch produziert – inklusive Cheat-Skill und natürlich der Einführung moderner Technologien und von Essen.
Innerhalb des Genres ist es daher wirklich nur eine weitere Serie unter vielen, und wenn man sie nicht schaut, hat man auch nichts verpasst.
Kimi no Koto ga Dai Dai Dai Dai Daisuki na 100-nin no Kanojo 2nd Season - 8/10
Ein würdiger Nachfolger der ersten Staffel und eine ebenso würdige Adaption des Mangas. Was den Humor angeht, war die Serie echt wieder super und spiegelte genau das wider, was ich von der Manga-Vorlage erwartet habe.
Die Charaktere sind alle klasse, und obwohl es mittlerweile schon ein recht großer Cast ist, kommt dennoch jeder irgendwie zum Zug. Die Serie hat mich wieder großartig unterhalten. Auch optisch war sie auf dem Niveau der ersten Staffel.
An dem Anime gibt es daher kaum etwas auszusetzen. Hier und dort konnte bei mir ein Gag nicht zünden, aber jeder, der schon Spaß mit der ersten Staffel hatte, wird auch hier auf seine Kosten kommen.
Kono Kaisha ni Suki na Hito ga Imasu - 7/10
Eine nette Office-Romanze mit Charakteren in einem vernünftigen Alter. Es freut mich mittlerweile immer ein bisschen, wenn es mal Anime aus dem Romance-Genre gibt, die nicht in einem Schul-Setting oder ähnlichem spielen.
Hier haben wir das Glück, dass wir zwei recht sympathische Charaktere bekommen haben. Schön an dieser Serie ist auch, dass es kein großes Drama zwischen den Charakteren gibt. Einfach nur eine fluffige Romanze zwischen vernünftigen und erwachsenen Charakteren. Dem entsprechend wird die Beziehung zwischen den beiden auch echt gut dargestellt, inklusive auch recht intimer Momente.
Die Animationen waren für diese Art von Serie auch völlig in Ordnung. Das Charakterdesign hat mir ebenso gefallen. Allerdings gab es auch durchaus Szenen/Momente, die sich ein bisschen zu sehr in die Länge gezogen haben, wodurch manche Episoden doch etwas zäh wurden.
Kusuriya no Hitorigoto 2nd Season - 9/10
Ein weiteres Sequel, das mir jede Woche aufs Neue Freude bereitet hat. Maomao ist wieder da, und es ist einfach super. Sie trägt nach wie vor die Serie – und das heißt schon was, denn der Rest des Anime ist ebenfalls sehr gelungen.
Die Dynamiken zwischen den Charakteren sind nach wie vor sehr interessant und unterhaltsam. Maomao als Protagonistin ist einfach klasse. An ihr kann man wirklich nichts finden, worüber man sich beschweren könnte. Hinzu kommt noch das wirklich gute Charakterdesign und vor allem Maomaos zahlreiche Gesichtsausdrücke.
Eine rundum gelungene Fortsetzung. Und da wir gerade erst die Hälfte der Staffel hinter uns haben, erwarten uns sicher noch einige großartige Szenen. Ich glaube, die Serie muss man niemandem mehr empfehlen – denn wer sie bisher nicht geschaut hat, hat bereits zu viele fragwürdige Lebensentscheidungen getroffen und ist eh nicht mehr zu retten.
NEET Kunoichi to Naze ka Dousei Hajimemashita
Wie es schon beim Manga der Fall war, startete die Serie ganz nett und hatte ein, zwei brauchbare Momente, rutschte dann aber doch sehr schnell ab. Auch wenn Shizuri eigentlich ganz niedlich ist, gibt es hier sonst nichts, was einen wirklich bei Laune halten kann.
Vor allem Tsukasa als Protagonist ist ziemlich nutzlos – sein Bild findet man vermutlich neben der Definition von „nasser Waschlappen“. Auch optisch bietet die Serie nichts, was mich sonderlich gereizt hätte.
Dies, gepaart mit dem Hauch von Handlung, den man mit Glück noch irgendwo entdecken kann, macht den Anime die Zeit nicht wert. Daher habe ich nach etwa der Hälfte der Episoden das Handtuch geworfen.
Nihon e Youkoso Elf-san. - 9/10
Kommen wir zu einem weiteren meiner Favoriten in der Season. Als Fan der Light Novel habe ich mich seit der Ankündigung auf den Anime gefreut – und zum Glück wurde ich nicht enttäuscht. Mariabelle und Kazuhiro wurden hervorragend getroffen, und die Serie fängt die Stimmung der Novel sehr gut ein. Das Charakterdesign wurde gelungen umgesetzt, und auch wenn mir das Tempo der Adaption manchmal etwas zu schnell ging, waren doch alle wichtigen und guten Szenen enthalten.
Die Dynamik zwischen den beiden Hauptcharakteren wurde großartig eingefangen, und ich hoffe jetzt schon auf eine weitere Staffel, nur um mehr von den beiden zu sehen. Leider waren die Animationen nicht immer auf dem Niveau, das ich mir gewünscht hätte. Vor allem die (doch wenigen) Kämpfe hätten in der Animation etwas mehr Liebe vertragen können.
Abseits davon ist es jedoch eine wirklich gute Fantasy/Romance-Serie, die zugleich als Werbung und Tourismusförderung in Japan herhalten kann.
Ore dake Level Up na Ken: Season 2 - Arise from the Shadow - 9/10
Ich glaube, bei dem Hype um die Serie brauche ich hier gar nicht mehr so viele Worte zu verlieren. Eine weitere gelungene Fortsetzung in dieser Season. Dass die Handlung stellenweise etwas Banane ist, überrascht an diesem Punkt wohl niemanden mehr. Die Serie lebt von der Action – und davon lebt sie richtig gut.
Die Action-Sequenzen und Animationen sind wieder einmal mehr als nur beeindruckend. Dazu kommt erneut ein genialer Soundtrack, und durch diese Kombination bekommt man hier ein wahres Feuerwerk der Unterhaltung. Nun heißt es allerdings wieder warten, bis eine weitere Staffel erscheint.
S-Rank Monster no "Behemoth" Dakedo, Neko to Machigawarete Elf Musume no Pet to Shite Kurashitemasu
Es fing an wie eine schlechte Ecchi-Serie – und es blieb eine schlechte Ecchi-Serie. Ich hatte gehofft, dass vielleicht noch ein paar interessante oder zumindest brauchbare Charaktere zum Cast hinzustoßen würden, aber das war leider nicht der Fall.
Auch mit der Handlung gewinnt man hier keinen Blumentopf. Wenn man allerdings nur sein Hirn ausschalten will und alle paar Minuten ein paar Brüste sehen möchte, ist man bei dieser Serie genau richtig. Für mich war das jedoch nichts, und ich habe den Anime sehr schnell abgebrochen.
SAKAMOTO DAYS - 4/10
Bevor der Anime gestartet ist, habe ich viel Gutes über den Manga gehört. Das hat meine Erwartungen an die Serie wohl unnötig gesteigert, denn recht schnell musste ich feststellen, dass sie nichts für mich ist.
Auf der einen Seite muss man sagen, dass die Adaption echt Pech gehabt hat: Die Animationen sind eigentlich komplett für die Katz. Der gesamte Animationsstil sieht einfach nicht gut aus – und darunter leiden nicht nur die ruhigen Passagen, sondern auch die Action-Szenen.
Aber selbst wenn ich das ignoriere, hat mir die Serie trotzdem nicht wirklich gefallen. Ich bin mit den Charakteren nie richtig warm geworden, und auch die Handlung hat mich nie wirklich abgeholt. Es gab einfach nichts, das echten Enthusiasmus bei mir wecken konnte.
Eine weitere Staffel wurde bereits angekündigt, aber davon werde ich wohl direkt Abstand nehmen.
Salaryman ga Isekai ni Ittara Shitennou ni Natta Hanashi
Aus dieser Serie war ich auch recht schnell raus. Ich hatte irgendwie die Hoffnung, dass vielleicht doch noch ein Charakter hinzukommt, der mir gefällt – aber dem war leider nicht so.
Vor allem Urmander ging mir ziemlich auf die Nerven. Die Handlung empfand ich als ziemlich dämlich, und auch bei den Animationen gab es kaum etwas zu holen. Somit bot die Serie einfach nichts, was mich bei Laune halten konnte.
Sorairo Utility (TV) - 7/10
Ich habe zwar kein Interesse an Golf, aber dies war eine recht nette Slice-of-Life-Serie. Die Charaktere waren allesamt sympathisch und haben mir gefallen. Die Handlung – wenn auch kaum vorhanden – war okay, aber nun auch nicht besonders nennenswert. Es war gerade eben genug Story, um einen am Einschlafen zu hindern.
Getragen wird die Serie von den Charakteren, und besonders Minami und Haruka haben mir gut gefallen. Auch das Charakterdesign hat mir durchweg zugesagt. Für diese Art von Serie waren die Animationen überraschend gut.
Insgesamt eine echt nette Slice-of-Life-Serie für zwischendurch – also genau das, was ich hier und da gerne mal schaue.
Zenshuu. - 4/10
Diese Serie war für mich von Anfang an eine schwere Geburt. Optisch sah sie wirklich beeindruckend aus – man könnte fast meinen, bei MAPPA sind mal wieder ein paar Animatoren an Überarbeitung gestorben. Ironischerweise ein makabrer Gedanke, wenn man das Setting der Serie bedenkt.
Visuell war sie also stellenweise ein echter Augenschmaus, aber inhaltlich konnte ich absolut nichts damit anfangen – weder mit der Handlung noch mit den Charakteren. Das Grundkonzept und das Setting hatten durchaus Potenzial, aber die Umsetzung war überhaupt nicht meins. Auch der Cast hat mich eher von der Serie weggetrieben als neugierig gemacht.
Natsuko war einfach nur anstrengend, ihre Kommunikationsprobleme haben mich mehr genervt als alles andere. Luke, der "Held", war kaum auszuhalten, und über Unio will ich gar nicht erst anfangen – wenn der in Flammen stehen würde, würde ich ihn nicht einmal auspinkeln.
Ich kann verstehen, dass die Serie für manche ihren Reiz hat, aber ich scheine definitiv nicht zur Zielgruppe zu gehören. Für mich war es eine klassische "Einmal und nie wieder"-Aktion.
Und damit bin ich dann auch wieder durch mit meinem Season-Fazit. Die neuen Serien der Spring Season stehen bereits vor der Tür und klopfen an. Dann wird es hier auch wieder ein paar Ersteindrücke zu den neuen Serien geben. Mal schauen, was die kommenden Wochen für uns bereithalten.