Adria 2020 - Ungeplant im Kreis (Teil 1)

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Seit Dezember vergangenen Jahres stand es eigentlich schon fest: Im Sommer 2020 geht es nach Schottland. Die Fährtickets lagen schon bereit, die Ziele waren ausgesucht und die nötigen Reparaturen und Umbauten am Reisefahrzeug in Arbeit. Doch dann kam Corona.

Die Fähren wurden eingestellt und Touristen müssen in Schottland 14 Tage in Quarantäne. Das passte nun nicht so wirklich zu unseren Urlaubsplänen. So musste eine Alternative her. Da Reisen allerdings egal in welche Richtung irgendwelchen Einschränkungen unterlegen sind, stand fest, dass wir in Europa bleiben werden. Da wir den Westen Europas mittlerweile schon gut genug kennen und der Norden mit Schweden aktuell nicht gerade so einladend ist, fiel die Entscheidung auf das Gebiet rund um die Adria. Vorwiegend auf Slowenien und Kroatien sollte das Augenmerk liegen. Kurzfristig wurde bei der Heimreise auch noch die Stadt Venedig in Italien mit aufgenommen. Die Reiseroute ist auch mal wieder alles andere als gradlinig (und geplant…).

Die Route
Die Route

Der erste Tag so einer Reise ist natürlich so langweilig wie es nur geht: Stur die Autobahn Richtung Süden und zum Abend in einem kleinen Wäldchen auf einem Parkplatz für Wanderer stehen und eine Nacht pennen. Am nächsten Tag geht es aber immerhin schon interessanter weiter: Mit auf der Route liegt Schloss Neuschwanstein. Nach ein bisschen laufen hat man von der Marienbrücke einen guten Ausblick auf das Schloss. Nebenan Schloss Hohenschwangau ist ebenfalls einen Blick von außen wert und wenn man eh gerade einmal da ist, kann man auch gut in die Pöllatschlucht laufen und dort auch noch einmal die Landschaft auf sich wirken lassen.

Schloss Neuschwanstein
Schloss Neuschwanstein | Fuji X-T3 - 18 mm - 1/1900 s - f5 - ISO 160
Schloss Hohenschwangau
Schloss Hohenschwangau | Fuji X-T3 - 55 mm - 1/1800 s - f5.6 - ISO 160
Pöllatschlucht
Pöllatschlucht | Fuji X-T3 - 24 mm - 1/3 s - f11 - ISO 160

Später ging es dann noch weiter bis nach Garmisch-Partenkirchen. Für den nächsten Tag war dann noch ein Blick von der Zugspitze geplant. Hier machte uns allerdings das miese Wetter einen Strich durch die Rechnung. Also ging es am nächsten Tag mit der Reise weiter. Mit Österreich wollten wir uns gar nicht lange aufhalten und sind direkt durch das Land durch und haben zum Abend hin noch die Grenze zu Slowenien bei Dravograd überquert. Die Nacht konnten wir auf einem Feld direkt an der Drau verbringen. Erst hinterher haben wir erfahren, dass wir dort die Grenze hätten gar nicht passieren dürfen. Slowenien hatte zu dem Zeitpunkt nur zwei an der Autobahn gelegene Grenzposten für Touristen geöffnet. Da aber weder wir, noch die freundlichen Herren an der Grenze dies wussten, stellte es kein Problem dar. Leider wurden wir in der Nacht wieder vom Regen eingeholt. Der Wetterbericht war für die nächsten Tage nun auch nicht so rosig, weswegen schnell die Entscheidung fiel einfach durch Slowenien zu fahren und den Urlaub mit Kroatien zu beginnen und später nach Slowenien zurückzukehren. Also ging es die Autobahn entlang nach Koper und somit zur Adriaküste von Slowenien. Hier war das Wetter dann auch schon deutlich besser, aber dafür mit Menschen überfüllt. Slowenien hat etwa 2 Millionen Einwohner. 4 Millionen davon waren allein an dem recht kurzen Küstenabschnitt, um die Sonne zu genießen. Unser Weg führte uns schnell über die Grenze und weiter an der Küste entlang und endete für den Tag schließlich in der kroatischen Stadt Rovinj. Dies ist wirklich eine sehr schöne Stadt, bei der die Altstadt auf einer kleinen Halbinsel im Wasser liegt. Gerade am Abend sorgt dies für einen wunderschönen Anblick.

Altstadt von Rovinj
Altstadt von Rovinj | Fuji X-T3 - 23 mm - 30 s - f8 - ISO 160

Am nächsten Tag ging es an Pula und den römischen Ruinen vorbei weiter Richtung Süden und schließlich auf die Insel Krk. Während Kroatien an den Straßen bereits voll ist mit Werbetafeln jeder Art, nimmt es hier auf der Insel wirklich extreme Ausmaße an. Die kleinen Küstenorte mögen früher mal ganz schick gewesen sein, mittlerweile hat hier aber der Tourismus überhandgenommen. Die kleinen Häfen kann man schon fast vor lauter Segelboten nicht mehr sehen. Eine Nacht haben wir auf der Insel verbracht, am nächsten Tag ging es aber doch recht schnell wieder aufs Festland. Auf der Insel, als auch direkt an der Küste, war es uns auch zu dem Zeitpunkt bereits zu warm.

Amphietheater in Pula
Amphietheater in Pula | Fuji X-T3 - 10 mm - 1/800 s - f6.4 - ISO 160

Für ein bisschen Abkühlung war der Krka Nationalpark bei Skradin unser nächstes Ziel. Den örtlichen Stellplatz hatten wir ganz für uns allein: Dank Corona waren keinerlei Leute bereit dort eine Nacht zu verbringen. Recht früh brachen wir am nächsten Morgen in den Nationalpark auf, um den Park in den kühlen Tagesstunden zu genießen. Auch wenn der Fluss Krka im Sommer nicht ganz so viel Wasser trägt und ein paar Wasserfälle ausgetrocknet sind, ist der Nationalpark doch nicht weniger beeindruckend.

Wanderweg bei Krka
Wanderweg bei Krka | Fuji X-T3 - 20 mm - 1/110 s - f4.5 - ISO 160
Große Wasserfälle von Krka
Große Wasserfälle von Krka | Fuji X-T3 - 42 mm - 1 s - f9 - ISO 160
Wasserfälle im Krka Nationalpark
Wasserfälle im Krka Nationalpark | Fuji X-T3 - 55 mm - 3.5 s - f7.1 - ISO 400

Der Krka Nationalpark ist definitiv einen Besuch wert und lädt zu einer guten Wanderung an dem Fluss ein. Etwas weiter nördlich im Fluss liegt noch die kleine Insel Visovac mit einem Kloster darauf. Ebenfalls ein netter Anblick von den umliegenden Hügeln aus. Noch weiter nördlich gibt es noch einmal ein paar schöne Stellen am Fluss und weitere kleine Wasserfälle, bei denen man Wandern kann.

Kloster auf der Insel Visovac
Kloster auf der Insel Visovac | Fuji X-T3 - 40 mm - 1/750 s - f5.6 - ISO 160

Unser Weg führte uns allerdings recht schnell wieder zurück an die Küste und von dort aus nach Trogir. Hier wollten wir einen Blick in die Altstadt werfen und auch zum Abend ein bisschen fotografieren. Allerdings entpuppte sich die Altstadt als von Touristen überrannt. Es gab hier keine Chance ein ordentliches Bild zu machen, ohne, dass einer einem ins Bild rennt. Sehr schade bei den durchaus netten, kleinen Gassen, die es dort gibt. Der Weg und die Kaimauer direkt am Wasser wurde leider auch von riesigen Yachten verschandelt.

Altstadt von Trogir bei Nacht
Altstadt von Trogir bei Nacht | Fuji X-T3 - 23 mm - 2 s - f7.1 - ISO 160

Zwar sind wir am nächsten Tag noch weiter die Küste entlang nach Süden bis nach Split gefahren, die Stadt hat uns aber nicht sonderlich angesprochen. Anstatt bis nach Dubrovnik herunter zu fahren, entschieden wir uns aufgrund der Hitze und allgemeiner Unlust dazu, wieder in den Norden und ins Inland zu fahren. Nächstes Ziel war der wohl bekannteste Nationalpark von Kroatien: Die Plitvicer Seen. Bevor es allerdings aber soweit war, legten wir noch einen Zwischenstopp in Zadar ein. Hier hat allerdings die Altstadt unter dem zweiten Weltkrieg arg gelitten und wurde fast komplett neu gebaut. Allerdings ist die Meeresorgel dort ein interessantes Konstrukt, was man sich ruhig mal ansehen kann, wenn man eh gerade in der Nähe ist.

Römische Ruinen in Zadar
Römische Ruinen in Zadar | Fuji X-T3 - 18 mm - 1/1000 s - f5.6 - ISO 160

Von Zadar aus ging es dann früh am nächsten Tag zu den Plitvicer Seen. Hier entschieden wir uns für die Wanderung sowohl entlang der oberen als auch der unteren Seen. Hier haben wir ein paar gute Stunden verbracht und nach Herzenslust fotografiert. Die Seen haben eine wunderschöne Farbe und die kleinen Wasserfälle an allen Ecken und Enden wissen auch zu beeindrucken. Gerade an warmen Tagen ist dies auch ein guter Ort, um ein bisschen Abkühlung zu finden, da man am Wasser entlang auf von Bäumen bedeckte, schöne Wege gehen kann. Wenn man mal in Kroatien Urlaub macht, sollte man für diesen Nationalpark durchaus mal einen Tag einplanen, ebenso wie auch für den Krka Nationalpark.

Plitvicer Seen
Plitvicer Seen | Fuji X-T3 - 55 mm - 10 s - f6.4 - ISO 200
Wasserfall an den Plitvicer Seen
Wasserfall an den Plitvicer Seen | Fuji X-T3 - 23 mm - 2.6 s - f5.6 - ISO 200
Wanderweg entlang der Seen
Wanderweg entlang der Seen | Fuji X-T3 - 55 mm - 1/125 s - f6.4 - ISO 160

Gerade als wir Plitvice wieder verlassen wollten, entdeckten wir auf einem Schild dort noch ein Bild von einem schicken Wasserfall. Davon angespornt führte uns unser Weg an die Grenze zu Bosnien und Herzegowina, in den privaten Nationalpark Una Mamea. Dieser gehört einem netten, älteren Herrn, der den Ort für Touristen herrichtet. Noch ist die Anfahrt dahin etwas abenteuerlich, der Blick, auf den doch recht breiten Wasserfall, lohnt sich aber schon.

Una Mamea Nationalpark
Una Mamea Nationalpark | Fuji X-T3 - 18 mm - 1/200 s - f5.6 - ISO 160

Nun wurde es aber für uns langsam Zeit Kroatien wieder zu verlassen. Aufgrund der Luftfeuchtigkeit und den Temperaturen war es dort einfach nicht gut auszuhalten. Daher ging es nun wieder zurück nach Slowenien, wo wir auch noch einige Ziele auf unserer Liste hatten.

Das war es dann auch mit der ersten Hälfte des Reiseberichts. Der zweite Teil folgt in den kommenden Tagen.

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